Sonntag, 20. Januar 2013

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Es gibt keinen Tag, der schlimmer ist, als der Sonntag.
Selbst der Montag ist ein Spaziergang gegen diesen Tag. 
An Sonntagen langweile ich mich, was darin endet, dass ich ständig zwischen Kühlschrank und Badezimmer wechsle. Heute hatte ich mir einen Plan gemacht, erst 45min laufen gewesen, geduscht, gelernt, ein bisschen geschlafen. Dann war alles von der Liste gestrichen und es fiel mir nichts besseres ein, als zu essen und zu erbrechen.

Meine Anfälle haben sich sehr geändert.
Früher habe ich bei solchen Anfällen ein ganzes Brot verdrückt, Unmengen Süßigkeiten, Nudeln, Reis, Nüsse, alles,was ich eben so finden konnte. Und erst wenn wirklich alles in mir war, kippte ich 2l Wasser in mich und gab es wieder von mir.
Heute ist es anders.
Ein Anfall heißt heute: einen Joghurt und 200g Quark und ein Apfel. Andere Leute würden das als Zwischenmahlzeit sehen, vielleicht als Frühstück. Aber doch nicht als einen Essanfall.

Im Moment ist es mit dem Essen schwierig geworden.
ich habe genau drei Sachen im Kühlschrank: Äpfel, Möhren, Joghurt. In überschaubaren Mengen. Damit ich auf solche Späße wie Essanfälle überhaupt nicht mehr komme.
Denn mal ehrlich: Obst, Gemüse und fettarmer Joghurt befriedigen nicht das, was man mit so einem Anfall erreichen will.
Eigentlich will man während einem Anfall alles verbotene hinunterschlingen, es dann wieder loswerden und sich insgeheim freuen, dass man all das haben konnte, aber eben nicht auf der Hüfte haben wird.
Ich bin gerade so weit, mir wieder alles zu verbieten, was Spaß macht und gut schmeckt, nur, damit ich lerne, ohne diese Anfälle klar zu kommen.

Es nicht ratsam und ich weiß, dass das eventuell wieder in die Magersucht fließen kann.
Aber das ist mir mittlerweile lieber als dieses ewige Fressen und Spucken. 
Ich stelle mir schon die Frage, wenn ich Richtung Bad gehe, was der ganze Scheiß jetzt wieder soll. Ob ich aus dem gestrigen Tag nicht schlauer geworden bin. Während ich mich übergebe, beschimpfe ich mich in meinen Gedanken, nur so klappt es. "Dumme Kuh, du kannst echt nichts, außer Fressen und Kotzen!"
Hinterher halte ich für eine gefühlte Ewigkeit meinen Kopf unter das eiskalte Wasser, wische mir mit Taschentüchern über die Hände und drücke mein Gesicht ins Handtuch.
Und natürlich der obligatorische Gedanken:"morgen wird sich alles ändern"

Aber es wird sich morgen nichts ändern. vielleicht werde ich mich nicht wieder übergeben, aber mein Kopf wird mir trotzdem zu verstehen geben, dass ich nichts wert bin. Dass mein Wert von konsumierter Nahrung abhängt. Und abends werde ich mir, wie jeden Abend, sagen, dass man doch etwas essen muss. Ich beginne zu essen, denke, dass ich ja jetzt gerade auf dem Weg bin, Gesund zu werden und noch ehe ich mich versehe, ist die magische Grenze überschritten. Das Esstempo nimmt zu, nur nicht zu viel Zeit verplempern, der Körper grabscht doch nach jeder Kalorie. Essen, Erbrechen, Gewissensbisse. Und dann...jeden Tag wieder.



2 Kommentare:

  1. Keine Ursache, mit gefällt dein Blog wirklich gut <3
    Ohman, ich habe es heute zum Glück überstanden :)
    Und du hast so so Recht mit diesem Post. So viele Menschen sagen auch, dass man mit Bulimie Gefühle auskotzt. Es muss einen tieferen Grund hinter der Bulimie geben. Man kann nicht damit aufhören, weil man mit Fressen und Kotzen ewtwas bestimmtes unbewusst kompensiert. Ich sehe das anders. Ich kotze halt Pizza aus. Ich wüsste nicht, was hinter der Bulimie stecken könne außer meiner Minderwertigkeitskomplexe... verstehst du was ich meine? Wie ist das bei dir, glaubst du es gibt einen tieferen Grund? Hoffe ich trete dir damit nicht zu nahe. <3 Das eigentliche, wobei es mir wahrscheinlich geht, ist dieses totale Völle Gefühl. Und dass ich dann diesen absoluten Ekel vor mir selbst spüre, zum Klo rennen kann,... naja, egal, ich hoffe du konntest meine Gedankengänge halbwegs nachvollziehen.
    Alles Liebe, L.

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  2. Phila, geht's dir gut?

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