Und es gibt keinen Fortschritt, eher Rückschritt.
Unter der Woche essen und brechen, am Wochenende glücklich sein und kaum etwas essen (ich habe dann tatsächlich keinen Hunger, weder körperlichen noch seelischen). Und kaum ist er wieder weg, stehe ich in meiner Wohnung und im Kopf gehe ich alle Lebensmittelpackungen ab, die sich irgendwo in der Wohnung befinden.
Ich kacke nur noch ab. Auf ganzer Länge. Das einzige Essen, das tatsächlich drin bleibt, ist mein Frühstück und etwas Gemüse in der Schule. Und zuhause bleibt nichts in mir.
Und ich frage mich, warum meine Hosen locker sitzen und mein T-Shirt nicht mehr über der Brust spannt.
Und ich frage mich, warum meine Hosen locker sitzen und mein T-Shirt nicht mehr über der Brust spannt.
Und da ist diese Ahnung, dass ich alles in den Sand setze.
Dass ich mir immer zu viel vornehme, und am Ende doch nichts klappt.
Es zermürbt mich, dass ich jeden Tag lernen muss. Und jeden Tag muss man essen.
Lernen schaffe ich noch, aber Essen überfordert mich. Essen.
Es gibt Menschen, die so gerne Essen. Und die sich stundenlang mit Kochen beschäftigen können.
Versteht mich nicht falsch, ich kann das auch.
Ich kann mich stundenlang mit Essen beschäftigen. Aber ich genieße es nicht und wenn doch, dann nur, weil ich weiß, es wird meinen Körper wieder verlassen.
Ich hasse mich für dieses dauernde Versagen. Ich will Kämpfen, ich will mich ändern.
Aber wenn ich abends nach Hause komme, zermürbt von 10h Arbeit, da habe ich keine Kraft mehr, mich auch noch gegen mich zu stellen.
Heute war ich einkaufen. Nur Obst,Gemüse und Joghurt. Ich habe mich so schlecht gefühlt. So schlecht. Für einen Moment dachte ich "bestimmt sehen sie dir an, dass du das alles wieder erbrichst.".
Ich vermeide es, zweimal hintereinander in den gleichen Supermarkt zu gehen. Es ist einfach so peinlich. Ich kann doch nicht an zwei Folgetagen einkaufen gehen. Vor allem, weil die Menschen an der Kasse immer die gleichen sind. Bestimmt kennen sie mich alle schon. Es ist ja auch nicht so, dass ich ein Allerweltsgesicht habe und ich habe ein paar recht auffällige Äußerlichkeiten.
Bestimmt, ganz bestimmt, weiß jeder dort, wer ich bin und was ich kaufe und wie viel und wie oft.
Essen ist so schrecklich kompliziert.
Komischerweise ist auch nicht essen kompliziert. Seltsam, seltsam.
Dabei ist es doch
nur
Essen.
"Der Trick ist atmen, die Antwort einfach nicht zu fragen
Endlich Laufen lernen
Endlich angefangen aufzuhören".
Endlich Laufen lernen
Endlich angefangen aufzuhören".
Casper - Auf und davon

