Dienstag, 26. Februar 2013

9

Was gibt es groß zu sagen:

Klausuren, Klausuren, Prüfungen, Stress, Sport. Gesundes Essen.

Forward, Phila, forward.
Du bist noch nicht zu alt, um zu funkeln, wie ein Diamant!

Forward, der Himmel ist schon taubenblau! :)

Donnerstag, 14. Februar 2013

8

In letzter Zeit kommt es immer öfter vor, dass ich einfach da sitze und anfange, zu weinen.
Einfach so. Ich lese etwas, das mich berührt oder eine SMS von meinem Freund blinkt auf dem Display oder etwas schleicht sich in meine Gedanken, das mich umhaut.

Je mehr ich in Tränen ausbreche, desto mehr Berührungspunkte habe ich. Und tatsächlich, es läuft nicht gut. Nicht mit dem Essen.
In den letzten Tagen hatte ich jeden Tag mehrere Essanfälle mit entsprechendem Ende.
Mitten im ganzen Gelange frage ich mich auch noch, warum ich das mache. Dass das Brechen wieder so anstrengend ist und dann diese Gedanken, ob auch ja alles draußen ist und ob man hoffentlich nicht nach Magensäure riecht. Ich weiß doch ganz genau, dass es wieder so endet. Mit dem schlechten Gewissen.
Und trotzdem mache ich weiter, weil "es ist ja sowieso zu spät". Warum kann ich das Essen nicht einfach drin lassen und zunehmen? Ist das die Lösung?
Akzeptieren, dass man dick(er) wird, aber dafür gesund? Und wenn man dann gesund ist, kann man doch auch wieder gesund abnehmen.

Ich und meine Milchmädchenrechnungen. Tjaha,das denke ich jetzt und morgen hänge ich wieder über der Porzellanschüssel. Weil ...fuck you, that's why.
Es ist so seltsam, dass ich mitten drin dermaßen viel denke und auch das richtige ("hör jetzt auf, du brauchst das nicht"" oder "du machst das doch jetzt wieder nur aus Langeweile") und trotzdem, trotzdem reicht es nicht zum aufhalten.
Wäre ja auch zu einfach.

Je mehr ich in Tränen ausbreche,desto mehr wird mir bewusst, wie niedrig meine Toleranzgrenze ist. Für nahezu alles. Zu viel Stress - Bulimie, zu wenig zu tun - Bulimie, Kritik entgegen bekommen - Bulimie, nicht mit sich zurande kommen - Bulimie.
Das Essen ist es doch gar nicht, dass ich da die Toilette runterspüle, sondern meine unsichere Seele. Oh Gott, es läuft mal nicht so, wie es mein Kontrollplan im Gehirn zurecht gelegt hat - und sofort eskaliert es beim Essen. Wenn schon der ganze Plan nicht mehr stimmt, dann darf ich ja wohl auch Essen und Brechen.

Mittlerweile grüble ich wieder über eine andere Theorie nach: Selbstverletzen oder Rauchen.
Es ist vielleicht seltsam, aber ich geraucht habe, hatte ich mich einigermaßen im Griff. Aber andererseits hat es mein Herz, das sowieso schon kaputt ist, nicht vertragen und jetzt mal ehrlich: Rauchen ist doch widerlich. Die Fingernägel werden gelb, man bekommt gelbe Zähne (die Zähne, die auch schon kaputt sind), man riecht nach Rauch, teuer ist es und am Ende steht was: Lungenkrebs, Arteriosklerose, offene Beine bis hin zur Amputation. Ich glaube, die Späße lassen wir.
Und dann das Selbstverletzen. Ich finde es...schlüssiger? Narben, na ja, sind halt Narben,aber nichts, woran ich sterbe. Ich bin keine von diesen Hardlinern, die sich so tief schneiden, dass man nähen muss. Mir "reicht" der oberflächliche Schmerz. Hauptsache, im Hirn klingelts.
(entschuldigt den Zynismus).

Ach, wenn ich doch noch einmal 14 wäre. Und meinem alten Ich bei jedem "oh Gott, ich bin so fett!" ans Schienbein treten könnte. Ich glaube, hätte ich damals nicht darüber nachgedacht, ob meine Beine im Sommerkleid zu dick sein könnten, vielleicht wäre ich dann jetzt gesund und glücklich und...vogelfrei. Wie ich es einmal sein werde.


Montag, 11. Februar 2013

7

Entschuldigt meinen Ausfall im letzten Eintrag.
Manchmal überrollt mich eine grenzenlose Wut und seltsamerweise kann ich ihr einfach so nachgeben, weil ich weiß, dass endlich mal eine Reaktion meinerseits zu erwarten ist.
Sollte sich jemand angegriffen gefühlt haben, so möchte ich dies entschuldigen. Es ist sonst nicht meiner Art, andere zu verletzen.


Ach ja. Karneval.
Ich wohne in einer Stadt, in der Karneval das Ereignis des Jahres ist. Der Rosenmontagsumzug wird im Fernsehen übertragen und von Altweiber bis Aschermittwoch ist die komplette Stadt im Ausnahmezustand. Nein, es ist nicht Köln.

Jedenfalls habe ich mich wieder rege beteiligt. Nicht unbedingt im Verkleiden, das auch,aber ich meine damit eigentlich den Alkoholkonsum.
Und weil ich unreflektiert ohne Ende bin, habe ich natürlich gedacht: "hey, trink doch einfach was, da gehts dir doch immer gut!" Genau das hab ich auch gemacht.

Ich hätte es lassen sollen.

Lustigerweise vertrage ich ungefähr die Alkoholmenge einer Weinbrandbohne oder etwas genauer gesagt: zwei Bier und ich bin weg. Gestern hab ichs mir natürlich nicht lumpen lassen und habe einfach alles kreuz und quer in mich reingeschüttet. Bier, Whiskey, Liköre, noch mehr Bier...und natürlich war ich mit meinem Freund unterwegs, dem Alkohol erst ab einer gewissen Literzahl wirklich zusetzt.
Kurz zur Erinnerung: Mein Freund denkt, ich wäre "clean". Keine Dummheiten, keine Bulimie. Dem ist nicht so, aber ich kann ihm das nicht sagen.
Jedenfalls war ich ziemlich zu und über seltsame Überleitungen gelangten wir zum Thema "Übergeben durch Alkohol". Mein Freund übergibt sich öfters mal aufgrund des Alkohols, ich habe das noch nie. Bei mir ist es eben das Essen.
Als ich meinte, ich fände es eklig, mich zu übergeben (was auch stimmt), sagte er, das wäre doch natürlich und bei einer gewissen Alkoholmenge für den Körper die letzte Notlösung. Irgendwie fand ich es ja süß, dass er meinte, mir müsse es nicht peinlich sein, mich vor ihm zu übergeben. Spätestens wenn ich schwanger wäre, würde das passieren :)
Die Diskussion ging noch ein wenig weiter, bis ich ihn fragte, wie er mich einschätze im Bezug auf Dummheiten und Bulimie. (Auf solche Sachen komme ich auch nur, wenn ich betrunken bin).
Er sagte, er habe den Eindruck, dass ich mit beiden Sachen erfolgreich abgeschlossen habe. Zum einen sähe an meinem Körper keine Verletzungen und er finde, ich habe mein Essen ziemlich im Griff.
und alles, was ich dazu noch sagen konnte, war ein: "Da hast du dich aber gehörig verschätzt."
Er hat noch einige Male nachgefragt, wie ich das denn meine, aber mal im Ernst: diese Antwort ist doch gerade zu eindeutig.
Heute hat er nicht nachgefragt. Vielleicht hat er es schon wieder vergessen


Warum kann ich nicht ehrlich zu ihm sein?
Ich weiß doch ganz genau, dass er mich nicht verlassen würde. Niemals. 

"Wenn ich wüsste, dass du dich jeden Tag übergibst oder mehrmals im Monat, ich würde mir große Sorgen machen. Und ich würde dir helfen.Egal wie, aber das könnte ich nicht so stehen lassen."
Das hat er zu mir gesagt.
Und ich ignoriere es einfach.

Warum?


Warum?


Montag, 4. Februar 2013

6

Ach, wie ich diese Menschen um mich herum hasse, die "einfach so" abnehmen und das auch noch viel und schnell. Wie ich es hasse.
Es ist mein Gebiet. Meins. Ich kenne mich aus, ich weiß alles über Crash-Diäten, Kalorien in Lebensmitteln, über stumpfsinnige Sportübungen, die ein paar lausige Kalorien verbrennen, über Apfelessig in Wasser oder Tipps, wie man sich vom Hunger ablenkt.

Und dann sitzen sie gegenüber von mir und erzählen, dass sie so viel am Tag essen und so viel schon abgenommen haben und ich spüre diesen unfassbar großen Neid, wenn sie dünner werden und sich gleichzeitig einen Schokoriegel in den Mund schieben.

Ich gebe mir mehr Mühe als ihr. Deshalb habe ich es auch mehr verdient, dünner zu werden.

Wenn ich mir die Finger in den Hals stecke, um das Essen ungeschehen zu machen, dann ist die Zahl auf der Waage am nächsten Morgen trotzdem nicht weniger. Aber dabei hätte ich es doch so verdient!

Und schon surft man durch das Internet, sucht das neue,unbekannte, das einem 5kg in zwei Wochen schenkt und stellt dann doch schnell fest, dass man wohl schon immer seelenlos und abgefuckt oberflächlich ist. 
Ich will im Sommer auch 10kg weniger haben, auch wenn alle sagen, ich hätte das nicht notwendig. Lügt mir nicht ins Gesicht, weil die Gesellschaft das so vorschreibt!
Sagt mir, dass mein Bauch zu fett ist, dass die Beine noch nicht gut sind, aber hört auf, immer einen auf "ach die paar Kilo brauchst du doch!" zu machen.
Ihr macht meine ganze Selbstzerstörungstheorie dahin! 


Ach, wie ich diese Essenswelt hasse!
Wie ich diese dicken Menschen hasse, die sonst immer alles in sich hingeschaufelt haben und plötzlich Größe 32 tragen.
Ihr wisst nicht,wie rasend es mich macht, dass ich mich anstrenge und am Ende wird mir ein lächerliches "you tried" hinterher geworfen!


Ich habe es doch verdient! 





Es tut mir sehr Leid, dass ich im Moment kaum Kommentare beantworte, ich finde keine Worte für meinen Verstand.