Mittwoch, 16. Januar 2013

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Ach ja, es war ja eigentlich sehr klar.
Je mehr man sich bemüht, umso mehr wird es definitiv scheitern.
Ich will hier jetzt auch nicht ausführen, wie meine letzten beiden Abende ausgesehen haben, aber es ist zu vermerken, dass ich mein Bad mehr als einmal besucht habe und der Kühlschrank ordentlich leer ist.
Heute ist mir aufgefallen, dass ich mit weniger Essen besser zurecht komme und es dann nicht unbedingt im Anfall enden muss. Zumindest dauert es länger, bis es dazu kommt.
Außerdem streikt mein Körper zunehmend: Halsschmerzen, Kieferschmerzen, die Hände und Mundwinkel sind offen, Kopfschmerzen.
Langzeitschäden habe ich übrigens auch anzumelden: Ich habe Herzrhythmusstörungen und meine Nierenfunktion ist eingeschränkt. Je weniger ich esse, desto besser geht es meinem Magen. Sodbrennen und Bauchschmerzen sind auch nach kleinen bis normalen Portionen normal (weshalb in meiner Handtasche immer(!!) Tabletten gegen Sodbrennen und Magendrücken sind).
Meine Verdauung ist ziemlich aus dem Takt und ich möchte nicht wissen, wie meine Blutwerte sind.

Alles in allem hat mich die Bulimie seit fast 5 Jahren niedergemäht und es war nur eine Frage der Zeit, bis es meinem Körper zu schaffen macht.
Die ersten Folgen traten vor etwa 3 Jahren auf, als ich 2 Jahre an Bulimie erkrankt war. Zuerst wars der Magen, dann das Herz, jetzt die Niere. Ich frage mich, ob ich in 5 Jahren vielleicht ernsthaft krank bin und/oder meine Zähne komplett ersetzen lassen muss.
Es ist nicht so, dass ich schlechte Zähne hätte. Durch das Wissen um Magensäure und all dem Kram, der fast jeden Tag meine Zähne passiert, achte ich umso mehr auf die Beißerchen.
Aber auch bei denen wird es in geraumer Zeit soweit sein, dass da was gemacht werden muss.
Im Moment sind meine Zähne extrem hitze-und kälteempfindlich. (Kälte ist jedoch schlimmer als Wärme), die Ränder der Zähne sind durchsichtig, an manchen Stellen ist die Kauoberfläche abgeschürft, das Zahnfleisch.....welches Zahnfleisch?

Nach nur 2 Jahren hat sich mein Körper komplett gewehrt. Und ich schieße 3 Jahre lang trotzdem nach. Ich merke immer mehr, wie ich versuche meinen Verstand zu überlisten, und weiß doch ganz genau, dass mein Körper schön langst nicht mehr will und kann.

Meine Gesundheit war mir sehr lange egal, aber jetzt möchte ich nur noch einen glücklichen, zufriedenen Körper.
Dünn sein ist das doch alles nicht wert.

1 Kommentar:

  1. Ein Mädchen aus der Klinik ist an einer Hirnblutung beinahe gestorben. Es wurde zum Glück rechtzeitig erkannt und operiert. Sie hat ein komplett neues Gebiss. Sie war sechzehn.

    Bulimie ist so tückisch, weil sie schleichend kaputt macht. Anfangs merkt man kaum etwas.

    Danke für den Kommentar, es macht mir Mut, wenn jemand sich in dem Text wirklich wiederfinden kann. Ich bin mir trotzdem nicht wirklich sicher, mal sehen wie ich mich entscheide.
    Manchmal steht die Angst davor, nicht gut genug zu sein, einem so im Weg, dass man sich lieber gar nicht zeigen will.
    Ich habe oft das Gefühl, insgesamt einfach nichts zu können, untalentiert zu sein. Und dann ist da das Schreiben, was mir Spaß macht, manchmal mag ich sogar meine eigenen Texte, bekomme positive Rückmeldungen.

    Ich habe Angst, dass mir jemand das kaputt macht, dass mir jemand sagt, ich wäre nicht gut genug, weil es irgendwie das einzige ist, wo ich wirklich an mich glauben kann. Klingt das seltsam?

    Alles Liebe <3

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